Elsbeth Kreh, geb. Breitwieser, ist Gründungsmitglied des Heimat- und Geschichtsvereins Schaafheim und widmet sich bereits seit 1976 mit großer Leidenschaft der Heimatgeschichte und Ahnenforschung in und um Schaafheim. Seit 1988 hat sie zahlreiche Publikationen, meist gemeinsam mit ihrem Mann Werner Kreh, herausgebracht. Nun erscheint ihr zweites Familienbuch.
Dabei sucht Elsbeth Kreh nicht nach Familienhistörchen oder dramatischen Ereignissen in den Familien, sondern forscht schon immer nach den Wurzeln der Familien:
– wo kommt die Familie her,
– welchen Stand/Beruf hatten die Vorfahren,
– was und wie arbeiteten sie in unserem Dorf,
– womit verdienten sie ihren Unterhalt?
Sie hat von vielen Familien die Spitzenahnen erforscht und darüber hinaus in den Archiven im Umkreis in Beedt-, Gerichts- und Salbüchern nach Personen und verschiedenen Einträgen gesucht. Gleich nach der Veröffentlichung des ersten Familienbuchs vor vier Jahren „Der Weg der Schaafheimer Kreh – 565 Jahre Familiengeschichte, der Name Kreh von 1455 bis 2020“, machte sie sich an die Arbeit für ein zweites Familienbuch über die Breitwieser.
740 Jahre Familiengeschichte! Es umfasst 291 Seiten und zeigt 240 Fotos, Gebietskarten und Kopien von alten Schriften. Anhand der Grundstücksbücher im Gemeindearchiv konnten auch Wohnungen/Häuser der Breitwieser-Familien festgestellt werden.
Sie schreibt: „Den Namen Breitwieser gibt es schon seit der allgemeinen Namensgebung im 13. Jahrhundert. Die Forschungen ergaben, dass in den Salbüchern Einträge sind, in denen im Jahr 1283 ein „Dörfchen Breitwiesen“ mit vier Häusern in der Gemarkung zwischen Kleestadt, Klein-Umstadt, Richen, Altheim und Harpertshausen erwähnt wird, das aber um 1500 schon wieder von den Bewohnern verlassen wurde und mit der Zeit „wüst“ fiel – bis 1790 lebten dort aber noch Hofmänner, auch eine Familie Wörner, in einem Wohnhaus. Es ist das „Gebiet Breitwieser Bruch“ wo in den 1960er Jahren wieder fünf landwirtschaftliche Betriebe neu angesiedelt wurden. Die damalige Herrschaft, die Freiherren Gayling von Altheim, die die Ländereien vom Kloster Fulda und den Erzbischöfen von Mainz im Lehen hatten, setzten „Hofmänner“ in den fruchtbaren Gebieten ein (Beispiel: Grünheckerhof, Häuserhof). Solche Höfe und Kleinansiedlungen gab es in den vorigen Jahrhunderten im ganzen Bachgaugebiet und landesweit. Viele sind „wüst“ gefallen und man weiß heute nur noch den Namen dieser Stellen. Etliche Gaylinghöfe in unserer Umgebung, auch die Schlierbacher Obermühle, Wiesen im Schaafheimer Eichen und ein Weinberg auf dem Bürgel in Schaafheim waren vor dem 30-jährigen Krieg in Gayling`schem Besitz und sind in diesem Buch beschrieben.“
In den alten Wehrschafts- und Gerichtbüchern sind die Abgaben an die Herrschaft, Streitigkeiten und Pächterwechsel vermerkt. Auch die Besitzungen und das Vermögen sind in Schatzungslisten aufgeführt. In den Mannschaftslisten kann man den sozialen Stand der Familien erkennen, die Namen der Hofmänner lesen und die Erben/Nachfolger in der Stammesfolge erfahren. Die Recherchen ergaben, dass in dem Dörfchen Breitwiesen schon 1437 ein „Peter Breitwieser mit seiner Frau Elsa Hofmann“ war und die Nachkommen über Kleestadt und Schlierbach nach Schaafheim kamen.
Elsbeth Kreh hat in den vergangenen Jahren ihren Familienstamm detailliert verfolgt, mit der Ortsgeschichte verbunden und in diesem Buch aufgeführt. Angeheiratete Familien mit Kindern und den späteren Ehepartnern sind leicht nachzuvollziehen. Auch die Geschichte der Backhäuser und der seit 1868 bestehenden Untertorbäckerei Breitwieser/Sauerwein hat sie aufgeführt, denn das ist ihr Elternhaus.
Sie hat das Buch ihren Nachkommen gewidmet. „Der Weg der Schaafheimer Breitwieser“ – so der offizielle Titel – ist vor allem ein Familienbuch und in allererster Linie für familiäre Zwecke gedacht, weswegen es auch nur wenige Exemplare gibt.
Durch die Bezüge zur Orts- und Regionalgeschichte dürfte das Buch aber auch manchen „Heimat- und Familienforscher“ interessieren. Gerne hilft sie Menschen weiter, die ihre eigenen Spitzenahnen, Herkunft und Familienwurzeln suchen und ihren Kindern, Enkeln und Urenkeln Lebenswege und Erfahrungen ihrer Vorfahren weitergeben möchten.
Mit fast 300 Seiten ist dieses Familienbuch ein außergewöhnlich informatives Werk, das für kommende Generationen bewahrt werden soll – ein Vermächtnis, das seinesgleichen sucht.

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